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Informationen über den KAB-Verband

04.10.2006

Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung Erzdiözese Freiburg e.V. ist ein selbständiger Mitgliederverband, der sich in Bezirksverbände und Ortsverbände und Untergliederungen der Bezirksverbände gliedert. Er wird auf Diözesanebene durch den KAB-Diözesanverbandsvorstand repräsentiert. Das KAB-Diözesansekretariat hat seinen Sitz im Erzbischöflichen Seelsorgeamt Freiburg in der Abteilung Sozialpastoral. Der KAB Diözesanverband Freiburg ist eine Untergliederung der KAB Deutschland e.V.

Die KAB will "Kirche in der Welt der Arbeit und Stimme der Arbeitnehmer in der Kirche sein". Aus ihrem Selbstverständnis Kirche zu sein und in der Arbeiterbewegung zu wurzeln, ist KAB politische Bewegung, Selbsthilfebewegung, Bildungs- und Aktionsbewegung und internationale Bewegung.

Gegründet wurde der erste KAB Verein 1849 in Regensburg. Seit 1888 gibt es KAB Gruppen im Erzbistum Freiburg. Um 1930 hatte der KAB Diözesanverband Freiburg 15.000 Mitglieder. In der Zeit des Nationalsozialismus war die KAB verboten. Viele KAB-Verantwortliche haben gegen Hitler Widerstand geleistet. Einige von ihnen sind in den Konzentrationslagern ermordet worden. In unseren Gebeten gedenken wir unseren Märtyrern, besonders dem seligen Nikolaus Gross.

Im Jahr 1953 wurde der KAB-Diözesanverband Freiburg wieder gegründet. Zuerst haben sich die Frauen und Männer unter dem Namen WERKVOLK organisiert und mit der Gründung des Bundesverbandes der KAB hießen auch die süddeutschen kath. ArbeiterInnenvereine Katholische Arbeitnehmer-Bewegung. Heute zählen wir im Diözesanverband Freiburg 3.400 Mitglieder, die in 110 Ortsgruppen und 12 Bezirksverbände organisiert sind. Mit weiteren Diözesanverbänden ist die KAB des Erzbistums Freiburg in der KAB Deutschland e. V. zusammengeschlossen. Darüber hinaus ist die KAB Mitglied der Weltbewegung Christlicher Arbeitnehmerorganisationen (WBCA).

Die KAB – ein engagierter Sozialverband

Unser Leitmotiv

KAB ist Bewegung für soziale Gerechtigkeit

KAB ist politische Bewegung

KAB ist Selbsthilfebewegung

KAB ist Bildungs- und Aktionsbewegung

KAB ist Internationale Bewegung

CAJ Christliche ArbeiterInnenjugend ist der selbständige Jugendverband

Die KAB - ein engagierter Sozialverband

Die Katholische Arbeitnehmer - Bewegung ist ein starker Sozialverband, in dem etwa 200 000 Männer und Frauen bundesweit organisiert sind. Die Aktivitäten der KAB richten sich nicht ausschließlich an die eigenen Mitglieder, sondern stehen allen offen, die sich den gesellschaftspolitischen Zielen der KAB verpflichtet fühlen.

Unser Leitmotiv

Übergeordnete Zielsetzung der KAB Deutschlands ist die Gestaltung einer gerechten und solidarischen Gesellschaft, in der allen Menschen die gesellschaftliche Teilhabe und Teilnahme ermöglicht wird. Entsprechend versteht sich die KAB vor allem als Interessenvertretung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, für Frauen und Familien sowie für ältere und sozial benachteiligte Menschen. Orientierung bieten dabei die Prinzipien der Kirchlichen Sozialverkündung, nach denen der Mensch und nicht die Wirtschaft im Mittelpunkt der politischen Entscheidungen zu stehen hat. Mit unserer Zukunftsoption der Tätigkeitsgesellschaft verfolgen wir einen ganzheitlichen Politikansatz, der richtungsweisend für alle gesellschaftspolitischen Positionierungen der KAB ist. KAB ist Bewegung für soziale Gerechtigkeit Aus unserem Selbstverständnis Kirche zu sein und in der Arbeiterbewegung zu wurzeln, ist die KAB politische Bewegung, Selbsthilfebewegung, Bildungs- und Aktionsbewegung sowie Internationale Bewegung.

KAB ist politische Bewegung

Durch ihre Aktionen und Modelle, durch Programmatik und Bildungsangebote, durch Selbsthilfe und Interessenvertretung gestaltet die KAB Gesellschaft, Staat, Wirtschaft und Kirche. Sie wirkt mit an der Überwindung ungerechter Strukturen und entwirft gesellschafts- und sozialpolitische Perspektiven. Demokratie lebt und entwickelt sich durch das Engagement der Menschen. Politik beginnt nicht erst da, wo Menschen ein Amt übernommen haben. Die KAB beteiligt sich an der Entwicklung von neuen Formen gesellschaftlicher Teilhabe und Teilnahme, weil dadurch die politische Mitwirkung und Vertretung erweitert wird. Aufgabe der KAB ist es:

KAB ist Selbsthilfebewegung

In einem Prozess der Aktivierung eröffnen sich Chancen für die Beteiligten, einen neuen Zugang zur Gestaltung der Demokratie zu finden. Dabei wird in einem überschaubaren Umfeld gehandelt; dieses ist durch konkrete Anliegen gekennzeichnet, die sich auf gezielte Veränderung beziehen. Damit wird Mitverantwortung der einzelnen für das menschliche Zusammenleben in Berichten deutlich, in denen sie dies als notwendig und sinnvoll erkennen. Sie schalten sich ein und sind Handelnde. Die Mitgestaltungsmöglichkeiten bewirken eine Verlebendigung der persönlichen und gemeinschaftlichen Praxis. Eine veränderte politische uns solidarische Kultur - bestimmt durch erweiterte Mitgestaltungsmöglichkeiten und Übernahme von Verantwortlichkeiten - wird damit unterstützt. Dies ermöglicht neue Zugänge für gesellschaftliche Teilhabe und Beteiligung. Ausgangspunkt der Selbsthilfe sind konkrete Situationen und Bedürfnisse von Menschen. Das jeweilige Handeln bezieht sich nicht nur auf den einzelnen, sondern orientiert sich am anderen mit dem Ziel einer Lebensordnung, die jeden einzelnen Menschen im Blick hat. Dies ist Ausdruck von Solidarität, die sich hier in doppelter Weise zeigt. Sie wird erfahrbar zum einen im kooperativen Verhalten von Menschen, die von gleichen Problemen betroffen sind und ihre Situation entsprechend verändern möchten. Zum andern zeigt sie sich im Zugehen auf Benachteiligte, die ohne direkte Hilfe nicht mehr in der Lage sind, ihre eigene Situation in Würde und mit Selbstbewußtsein zu gestalten.

Selbsthilfe fordert zu Lernprozessen heraus, die nicht nur auf ein kurzfristiges Ziel hin angelegt sind, sondern Schritt für Schritt Veränderungen erzeugen, Erfahrungen ermöglichen, Hoffnung beinhalten. Durch Vernetzung, durch Austausch der Erfahrungen und durch Kooperation mit anderen Gruppen innerhalb und außerhalb der KAB wird gesellschaftliches Bewußtsein verstärkt. So verbreitet sich die Einsicht, dass über die einzelne Gruppe hinaus verbandliche Organisation und politische Unterstützung notwendig für gesellschaftliche Veränderung sind. Dieser Prozess fordert die Kooperation und das kritisch-konstruktive Zusammenwirken mit anderen Gruppen, Projekten, Initiativen, Verbänden, Organisationen und ebenso mit den staatlichen und administrativen Ebenen heraus.

Die Situation von abhängig Beschäftigten erfordert spezifische rechtliche Information und Vertretung. Die Beratung in arbeits- und sozialrechtlichen Fragen sowie die Vertretung der Mitglieder vor Gericht sind für die KAB praktizierte Selbsthilfe der Mitglieder gegen soziale Ungerechtigkeiten im Betrieb und in der Gesellschaft.

Die KAB betreibt ein Berufsbildungswerk in Menteroda. Zahlreiche regionale Bildungswerke, Bildungs- und Freizeiteinrichtungen bieten ein breitgefächertes Spektrum von Kursen, Seminaren, Freizeitveranstaltungen und Urlaubsangeboten. Das Ketteler Ferienwerk ermöglicht KAB-Mitgliedern besonders günstige Urlaubsreisen.

KAB ist Bildungs- und Aktionsbewegung

Die Bildungsarbeit der KAB ist Teil eines lebenslangen Lernprozesses. Bildungsprozesse in der KAB haben den strukturellen Wandel der Gesellschaft mit den sich ändernden Arbeits- und Lebensvollzügen im Blick; sie finden in der konkreten Lebenssituation und in der Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Realität statt. Ziel ist die Herausbildung soziale Kompetenz. Zugleich hält ein solcher Bildungsprozess an dem bislang nicht eingelösten Anspruch einer sozial gerechten Gesellschaft fest. Die Bildungsarbeit der KAB steht damit in einem Spannungsverhältnis: Sie fühlt sich in besonderer Weise der Persönlichkeitsentwicklung des einzelnen wie auch der Zielsetzung einer menschengerechten und solidarischen Gesellschaft verpflichtet. Die Bildungsarbeit der KAB ist daher parteilich und solidarisch. Der Bildungsprozess der KAB zielt auf politisches Handeln ab. Verbandliche Bildungsarbeit muss vor allem die Lernorte und Handlungsfelder im Blick haben, die die spezifischen Erfahrungen der Menschen berücksichtigen und zu politischem Handeln befähigen und auffordern. Die KAB ist internationale Bewegung Den globalen Auswirkungen der ökonomischen, technologischen, sozialen und ökologischen Herausforderungen wird eine allein nationalstaatlich ausgerichtete Politik nicht gerecht. Um gegen die Mißachtung der sozialen und politischen Menschenrechte und gegen die wachsende Armut zu kämpfen, ist die KAB gemeinsam mit katholischen Arbeitnehmerorganisationen aus 52 Ländern Mitglied der Weltbewegung Christlicher Arbeitnehmer (WBCA). Das Weltnotwerk ist das internationale Hilfswerk der KAB. Die KAB Diözesanverband Freiburg hat seit 1986 eine Partnerschaft mit der Schwesterorganisation in Peru, der Movimiento de Trabajadores Cristianos (MTC). Wir unterstützen seit Jahren zahlreiche Projekte in Peru und vor allem die Bildungs- und Aktionsarbeit der MTC.

Die CAJ Christliche ArbeiterInnenjugend ist der selbständige Jugendverband der KAB

Der Priester Joseph Cardijn (späterer Kardinal) gründete die CAJ 1925 in Brüssel. Anliegen Cardijns war es, den jungen Arbeitern und Arbeiterinnen ihre Würde bewusst zu machen und sie durch Aktionen und Seminare zu bilden. Sie sollten so ihre Verantwortung für sich und die Gesellschaft wahrnehmen können. "Die Arbeiter sind keine Sklaven, keine Maschinen, keine Bestien. Sie haben eine Würde wie alle Menschen!" (Joseph Cardijn)

Seit 1947 bringt die CAJ in Deutschland die Situation der Arbeiterjugend zur Sprache. Heute ist die CAJ ein demokratischer, internationaler und christlicher Jugendverband mit ca. 10.000 Mitgliedern in Deutschland. Die Themen der CAJ in Deutschland gehen auch knapp 60 Jahre nach ihrer Gründung von der Lebensrealität vieler junger Menschen aus:

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