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22.02.2019

kda und KAB zur geplanten Sonntagsöffnung am 7. April 2019 in Mannheim

Durch entsprechende Informationen in der Öffentlichkeit wie auch durch unsere beiden Dekanate haben wir erfahren, dass am Sonntag, den 7. April 2019, ein zusätzlicher verkaufsoffener Sonntag in Mannheim stattfinden soll. Dieser ist aus Anlass der Wiedereröffnung der Planken verbunden mit einem „Fest der Sinne“ geplant.

Wir verstehen das Anliegen des Mannheimer Einzelhandels nach längerer Umbauzeit die Planken wieder zu einer attraktiven Einkaufsmeile zu machen. Wir verstehen allerdings nicht, warum dazu ein eigener verkaufsoffener Sonntag notwendig ist.

Nach der geltenden Rechtslage wie nach den jüngsten Urteilen der Verwaltungsgerichte auf Bundes- und auf Landesebene müsste dafür ein entsprechender „Anlass“ gegeben sein.Diese Anlässe sollten plausibel aus der Tradition bzw. Kultur vor Ort begründet sein und von vornherein mehr Besucher anziehen als durch eine zusätzliche Verkaufsöffnung zu erwarten wären.“ Damit sind für eine Verkaufsöffnung gerade auch im Rahmen der in Baden-Württemberg zugestandenen drei verkaufsoffenen Sonntage die Hürden hoch gelegt. Und es bleibt für uns tatsächlich die Frage, inwieweit der vorgebrachte Anlass der Wiedereröffnung der Planken dem entspricht.

Allerdings wurde inzwischen in der Außenkommunikation von Einzelhandel und Stadtverwaltung deutlich gemacht, dass es sich bei dem beantragten verkaufsoffenen Sonntag im April wirklich um einen „einmaligen Ausnahmefall“ handeln soll. Dieses war auch der Grund, warum die Dekane unserer beiden Kirchen mit einigem Zögern zugestimmt haben, zumal die Eröffnung des Sonntags mit einem ökumenischen Gottesdienst auf den Kapuzinerplanken beginnen wird.

Dennoch wollen wir als Teil der Sonntagsallianz Baden-Württemberg unsere Sorge nicht verhehlen, dass sich damit ein „sanfter Einstieg“ in eine Aufweichung des grundsätzlichen Verkaufsverbots an Sonntagen vollziehen könnte. Wir möchten deshalb hiermit klar stellen, dass wir gegen jede Entwicklung dieser Art unsere Stimme erheben werden. Dabei stehen wir auch solidarisch an der Seite der Belegschaften im Einzelhandel wie ihrer Gewerkschaften, die eine Ausweitung der Sonntagsverkaufsöffnungen aus verständlichen Arbeitsschutzinteressen nicht akzeptieren können. Wir halten darüber hinaus fest, dass der Schutz des Sonntags als besonderer Tag im Wochenrhythmus zu den Kernanliegen der christlichen Kirchen gehört. Dazu gehört auch das Eintreten für den Schutz der Menschen vor dem Zugriff von wirtschaftlich motivierten Interessen unabhängig davon, ob sie einer christlichen Konfession angehören oder nicht. Denn der arbeitsfreie Sonntag für möglichst viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist ein hohes Kulturgut. Wenn es den Sonntag nicht mehr gibt, gibt es nur noch Werktage!

 

Thomas Löffler,
Wirtschafts- und Sozialpfarrer i.R.
Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt (KDA)
M1, 1a, 68161 Mannheim
Tel. 0621-28000-170

gez. Ulf Bergemann
Diözesansekretär
Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB)
D6, 5, 68159 Mannheim
Tel. 0621-25107

 

 

 

 

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