KAB Diözesanverband Freiburg

07.04.2020

Solidaritätscafe in Impfingen

Den Regenwald schützen und die Armut bekämpfen: Diese Ziele verfolgt „Poema“. Vorsitzender Gerd Rathgeb stellte den gemeinnützigen Verein und seine Arbeit beim Solidaritätscafé im Pfarrheim vor. Zahlreiche Zuhörer kamen zu der von der Pfarrei St. Nikolaus und Mitgliedern des KAB-Ortverbandes organisierten Veranstaltung.

„Der Schutz des Regenwaldes ist in unserem eigenen Interesse“, erklärte Bernhard Speck. Zusammen mit seiner Frau Franziska ist er treibende Kraft bei den Veranstaltungen des Solidaritätscafés. Speck sprach von einem glücklichen Zufall, dass Papst Franziskus gerade ein Schreiben zu diesem Thema veröffentlicht hat. Dort heißt es beispielsweise: „Ich träume von einem Amazonien, das für die Rechte der Ärmsten, der ursprünglichen Völker, der Geringsten kämpft, wo ihre Stimme gehört und ihre Würde gefördert wird.“

Für die ursprünglichen Völker setzt sich auch Poema ein. Der Verein wurde 1992 in Stuttgart gegründet. Seine Hauptaufgabe ist es, den Bau von Pumpen zu unterstützen, um an sauberes Grundwasser zu kommen. Er hilft in Energiefragen durch Solarlampen und den Bau von Solaranlagen. Außerdem engagiert er sich bei der Gesundheitsvorsorge in den Dörfern und Reservaten Amazoniens. Aktuell ist Poema in den Regionen Oeiras do Para und Cameta, Altamira/Anapu und im Reservat der Wajapi-Indigenen in Amapa tätig.

Gerd Rathgeb besucht regelmäßig das Amazonasgebiet. Das letzte Mal war er im vergangenen November dort. Beim Solidaritätscafé im Pfarrheim konnte er deshalb aus erster Hand über aktuelle Entwicklungen berichten. So war er beispielsweise in Igarape Acu, einem Dorf mit 90 Familien. Dort finanziert Poema die Neuanpflanzungen von Acai-Palmen und vor allem die Weiterverarbeitung und Haltbarmachung des Acaisaftes. „Durch diese Wertschöpfung können die Bewohner einen wesentlich besseren und gerechteren Preis erhalten“, berichtete Rathgeb.

In Pixuna do Tapara und Sao Jose besichtigte er mit Spendengeldern finanzierte Trinkwasseranlagen. Mit neuen und stärkeren Solarpumpen ausgestattete Brunnen funktionieren seinen Angaben zufolge sehr gut. 

Zweite Etappe auf der Reise war die Stadt Altamira. Bekannt ist sie durch das Mega-Wasserkraftwerk Belo Monte. Mit Betroffenen vor Ort sprach Rathgeb über die ökologischen und sozialen Folgen des Kraftwerks. Zahlreiche Fischerfamilien seien vertrieben und umgesiedelt worden. 40 von ihnen wohnen jetzt im Dorf Paratizao. Poema hilft in der Schule, eine Photovoltaikanlage zu bauen, um Wasser aus dem neuen Brunnen fördern und die Küchengeräte für die Schulspeisung betreiben zu können. „Die Situation ist absurd“, meinte Rathgeb. Im Dorf fehlt Strom, während Hochspannungsleitungen darüber hinweggehen.

Es gibt aber auch Hoffnung. In den Regionen Oeiras do Para und Cameta unterstützt Poema Aufforstungsprojekte. „Wo jetzt Wald wächst, war vor einigen Jahren nichts außer einigen Büschen und Termitenhügeln“, erläuterte Rathgeb. Im System „Agroflorestal“ werden nach seinen Informationen Acai, Kakao, Pfeffer, Maracuja angepflanzt sowie Zedern und Mahagoni. Aus Buschland sollen „Gärten des Lebens“ werden. 

Text und Bild: Ulrich Feuerstein

Gerd Rathgeb (Mitte) überreicht Bernhard und Franziska Speck einen Kalender mit Bildern seiner Reisen nach Amazonien. Etliche davon zeigte er auch beim Solidaritätscafé im Pfarrheim.

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